Bodenqualität

Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass die Qualität der Böden in Deutschland und Europa im Allgemeinen eher Besorgnis erregend ist, da der ursprünglich mal vorhandene Humus zu CO² oxidiert worden ist. Die Ackerböden in Europa haben im Durchschnitt ca. 4kg Kohlenstoff organisch gebunden – dabei sind nach internationaler Nomenklatur Böden mit bis zu 5 Kilogramm als Wüsten zu bezeichnen (Zitat des Ökologen Dipl.Ing.Dr. August Raggam). In den vergangenen Jahrzehnten vollzog sich fast überall auf der Welt eine schleichende „Verwüstung“ der Ackerböden.

haufenWas führte zu dieser dramatischen Entwicklung?

Kohlenstoff ist in der Natur nicht nur in der Atmosphäre vorhanden – große Mengen sind ebenso auch in der Vegetation, in den Ozeanen und eben auch im Boden gebunden. Auf die Bodenqualität wurde dabei in den letzten 100 Jahren kaum Rücksicht genommen. Mono-Kulturen und große Anbauflächen sorgten für ständig steigende Erträge – jedoch nicht ohne Folgen. Die Landwirtschaft setzte in den letzten 60 Jahren weltweit fast ebenso viel CO² frei wie der fossile Energieumsatz durch Kohle, Öl und Erdgas. Das sind mehr als 19 Milliarden Tonnen pro Jahr!

Ursprünglich Humusreiche Böden verloren dabei dramatisch an Qualität und können heute nicht mehr als CO² Speicher dienen. Seit 1950 werden die Äcker weltweit intensiv mit künstlich hergestellten Mineraldüngern versorgt, um dadurch das Pflanzenwachstum zu erhöhen. Gezielte Düngung, so lautete die Idee, bieten den Pflanzen exakt alle benötigten Nährstoffe. Dazu zählen Stickstoff, Phosphor, Kalium und andere Stoffe. Das Konzept war sehr erfolgreich und viele Landwirte waren schon bald von dem Wundermittel Kunstdünger überzeugt. Was jedoch diese Art der Bewirtschaftung für das mikrobiologische Leben im Boden und die Humusqualität bedeutete, das interessierte bis vor kurzem noch kaum jemanden. Heute ähnelt die professionelle Landwirtschaft immer mehr einer Großindustrie. Immer leistungsfähigere Maschinen kommen zum Einsatz und weltweit werden jedes Jahr etwa 140 Millionen Tonnen Düngemittel in Böden eingebracht. Dabei am meisten in den Ländern China, den USA sowie Indien. Noch sind die Erträge aus der Landwirtschaft zumeist zufriedenstellend – doch die Böden sind schon heute vielerorts kaputt. Kritiker fordern außerdem auch die immensen volkswirtschaftlichen Schäden mit in Rechnung zu stellen, welche durch CO² Emissionen in Folge der Intensivbewirtschaftung durch Saatbettbereitung, Unkrautbekämpfung, Düngung und Pflanzenschutz entstehen.

Intensiv genutzte Ackerböden verlieren zudem auch ihr Wasserhaltevermögen und sind extrem erosionsgefährdet. Starke Niederschläge wie sie in Folge des Klimawandels immer häufiger auftreten bewirken und beschleunigen weiter den Humusabtrag. Wertvolle Nährstoffe werden durch die anhaltenden Regenfälle weiter ausgeschwemmt und die Verwüstung der Böden schreitet voran.