Mikroflora

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maisUnter unseren Füßen erstreckt sich dabei ein unermessliches Universum. Allein in 2 Gramm Erde sind mehr winzige Lebewesen enthalten als es Menschen auf der Erde gibt. Bakterien, Pilze, Algen und Einzeller – Sie alle bereiten die Nahrung für die Pflanzen auf. Dabei ernähren sich Pflanzen eben nicht von Handelsdünger, Gülle und Mist sondern eben vorrangig von den komplexen Substanzen, die durch die Mikroflora zur Verfügung gestellt werden. Leider weisen die meisten Böden heute bereits einen akuten Sauerstoffmangel auf, was bedeutet, dass die aerobe Mikroflora – welche die Einzige ist, die wirklich nachhaltig hochwertigen Humus bilden kann – in vielen Böden beinahe ausgestorben ist oder ganz stark reduziert ist. Dadurch kann die Organik, welche in die Böden eingearbeitet wird, gar nicht mehr optimal verarbeitet werden. So werden zum Beispiel Ernterückstände, die z.B. aus Wurzeln vorhanden sein können, durch die anaerobe Mikroflora abgebaut. Doch bei fehlendem Sauerstoff, aerober Mikroflora und oftmals auch Mangel an Nährstoffen und Wasser im Boden, können diese abgebauten Stoffe nicht mehr zu Humus aufgebaut werden; der Kreislauf ist somit gestört.

 

Die Landwirtschaft der vergangenen Jahrzehnte hat auch bei den Mikroorganismen im Boden Ihre Spuren hinterlassen. So führte dies auf der einen Seite zu einer geringeren Diversität der Population an Mikroorganismen insgesamt (weniger Organismen können bestimmte Funktionen erfüllen), zum anderen aber auch zu einem erhöhten Schaderregeraufkommen, so das bodenbürtige Pathogene drastisch zugenommen haben, was z.B. eine geringere Fruchtfolge auslösen kann. Wie auch im geschwächten Menschenkörper können auch im Boden gefährliche Krankheitserreger überhand nehmen und schwere Schäden anrichten. Und wie für die Gesundheit des Menschen, so sind auch für den Boden die richtige Nährstoffzufuhr und eine gute Behandlung entscheidende Vorsorgeinstrumente.